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Unsere Tracht
Kurzfassung der Forschungsarbeit der
Jahre 1998 bis 2005 von Peter Kofler
Die Schützenkompanie Tramin stand vor einigen Jahren vor der Entscheidung entweder die seit dem Jahre 1959 getragene Tracht, die bereits etwas heruntergekommen war, rundum zu erneuern oder auf eine wirkliche historische Tracht zurückzugreifen. Mit Hilfe der Ergebnisse aus der hier, sehr verkürzt wiedergegebenen Forschungsarbeit von mehreren Jahren, konnte die bis jetzt einzig belegbare Männertracht Tramins rekonstruiert werden.
unsere 'neue' Tracht 
Lange Zeit vermutete ich, dass es sich bei der, vor dem 1. Weltkrieg getragenen Schützentracht, die sich von der ab 1959 getragenen Tracht in nur wenigen Punkten unterscheidet, um die historische Traminer Dorftracht handeln muss. Dies umso mehr, da in einem Zeitungsartikel aus dem "Tiroler Volksblatt" vom 3. Oktober 1896 von der "Errichtung einer Traminer Schützenkompanie in der alten hiesigen Nationaltracht" die Rede ist. In einem später entdeckten Zeitungsartikel derselben Zeitung geht aber eindeutig hervor, dass es sich bei dieser "alten hiesigen Nationaltracht" um eine Übernahme der Tracht der Bozner Reservistenkolonne handelte. Diese Reservistenkolonne von Bozen wiederum trug eine Rittnertracht! So etablierte sich also in Tramin, wo die historische Tracht schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorben war, im Jahre 1896 eine falsche Tracht! In allen Teilen entspricht diese Tracht ihrem Rittner Ursprung mit Ausnahme der "Joppe". Während die Rittner Joppe keine Knöpfe und Rückenfalten aufweist, sind diese auf der Traminer Joppe aber vorhanden, darüber hinaus wirkt diese Joppe so, als wäre sie von einem längeren Rock abgeschnitten worden Auf diese Tatsache machte mich der Traminer Trachtenschneider Kurt Paizoni aufmerksam. Demnach muss sich der Schneider der Traminer Schützentracht aus dem Jahre 1896 von einem braunen Tuchrock einer älteren Tracht beeinflussen haben lassen.

Diesen braunen Tuchrock samt der dazugehörigen historischen Tracht fand ich dann auch auf alten Votivbildern und Schützenscheiben in den unmittelbaren Nachbargemeinden Tramins abgebildet. Während man dort auf reichliches Bildmaterial zurückgreifen kann, ist solches in Tramin leider nicht vorhanden. So konnte in Tramin, das eine alte Schützentradition aufzuweisen hat, keine einzige historische Schützenscheibe aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert ausfindig gemacht werden. Die Schützenscheiben und sonstiges historisches Material über das Traminer Schützenwesen dürften nämlich dem Brand im Traminer Schießstand im Jahre 1848 zum Opfer gefallen sein. Auch Votivbilder (Weihebilder in Wallfahrtskirchen) waren in Tramin keine aufzufinden. Die einstige Traminer Wallfahrtskirche zu "Unserer lieben Frau zu Tramin" fiel, wie unzählige andere Sakralgebäude auch, den Josephinischen Reformen zum Opfer, den Rest erledigte der Höllentalbach, der die Kapelle zu Beginn des 19. Jahrhunderts während einer Unwetterkatastrophe übermannshoch eingrub.

Votivbild in der Wallfahrtskirche von 
Kurtatsch aus dem Jahre 1746. 
Gab es in Tramin zwar kein bildliches, so gab es aber reichliches schriftliches Quellenmaterial in alten Inventarlisten. Auf diese Listen führte mich eine Forschungsarbeit meines verstorbenen Großonkels, des Innsbrucker Oberschulrates Anton Maran, im Schlern des Jahres 1951 (25. Jahrgang), in der er versuchte die historische Kalterer Frauentracht anhand einer Inventarliste aus dem Jahre 1750 zu erörtern. Diese Inventarlisten befinden sich in den so genannten "Verfachbüchern" der alten tirolischen Gerichte die heute im Südtiroler Landesarchiv in Bozen aufbewahrt werden. Gemäß den Landesordnungen der Jahre 1532 und 1573 zufolge, hatten die Gerichte bei Todesfällen die Erb- und Verlassenschaft zu inventarisieren und an die Erben zu übergeben. Für die Trachtenforschung besonders wertvoll sind hierbei die Aufzählungen des Leibgewandes der Verstorbenen, das neben einer detaillierten Beschreibung auch noch den damals geschätzten Wertpreis aufweist. Erst diese detaillierten Beschreibungen in den Inventarlisten der Traminer "Verfachbücher", die ich in wochenlanger Arbeit im Landesarchiv in Bozen durchstöbert habe, gaben mir die endgültige Gewissheit. So konnte nach längerer Forschungsarbeit die in Tramin getragene Männertracht rekonstruiert werden und darüber hinaus auch noch eine verschollene Trachtenlandschaft ähnlich der des Burggrafenamtes wieder entdeckt werden. Denn tatsächlich bildete die Gegend von Eppan, Kaltern, Tramin, Kurtatsch und Margreid eine Art Trachtenlandschaft. Die in den Traminer Inventaren des 18. Jahrhunderts wiedergegebenen Kleidungsstücke entsprechen nämlich nicht nur den besagten bildlichen Darstellungen auf Votivbildern und Schützenscheiben der Nachbardörfer, sondern auch den, in den alten "Verfachbüchern" dieser Nachbardörfer enthaltenen inventarisierten Kleidungsstücken! Der Ursprung dieser mehr oder minder einheitlichen Trachtenlandschaft kann weder eindeutig auf politische noch eindeutig auf kirchliche Gebietseinteilungen zurückgeführt werden. Im Falle der genannten Ortschaften kann man nämlich nicht, wie häufig in der Trachtenforschung üblich, von Gerichtstrachten, also von Trachten die sich innerhalb der Grenzen eines Gerichtes (alttirolische Gerichts- und Verwaltungseinheit) entwickelt haben, sprechen. Denn tatsächlich unterteilte sich die Landschaft zwischen Eppan und Margreid in vier große Gerichte, in das landesfürstliche Gericht von Altenburg und Eppan, in das landesfürstliche Gericht von Kaltern und Laimburg, in das, bis zum Jahre 1779, fürstbischöfliche Gericht Tramin und in das landesfürstliche Gericht Kurtatsch. Auch die alten Pfarreien, die von einigen Trachtenforschern als Heimstatt von Trachten gesehen werden, haben im Falle von Tramin und seinen Nachbardörfern keinen Einfluss geübt, denn die Tracht fand hier, über kirchliche Grenzen hinweg, ihre Ausbreitung. Grundsätzlich spiegelt eine Trachtenlandschaft auch den Lauf und die Geschichte einer Gebietsbesiedelung wieder, bezeugt den Reichtum bzw. die finanziellen Mittel der Bewohner einer Gegend, beweist Geschmack, Geschmacklosigkeit und Schönheitssinn, oft auch Nachahmungs- und Modesinn derselben. Die Gegend von Tramin und seiner Nachbardörfer war natürlich, bedingt durch die relative Nähe zur Stadt Bozen und aufgrund ihres Daseins als Durchzugsgebiet empfänglicher für den Einfluss städtischer, modischer Gewänder, als Beispielsweise Ortschaften im Gebirge.

Eine Kalterer Schützenscheibe 
aus dem Jahre 1768. 
Das Traminer "Leibgwand"

Bei der Tracht oder dem "Leibgewand" oder "Gwand", wie es von den Trägern eigentlich genannt wurde, handelt es sich um die, im Gegensatz zur städtischen Mode, zeitlosere Kleidung der ländlichen, nicht adeligen Bevölkerung, welche sich im späten 17. Jahrhundert entwickelt hat. Dieses Gewand wurde vom Großteil aller Berufs- und Standesschichten ob es sich hierbei um Saltner, Bauer, Baumann (eine Art landwirtschaftlicher Pächter), Händler, Gastwirt oder Handwerker handelte, gleichermaßen getragen. Eine andersfarbige oder geartete Kleidung, wie die Masse der Traminer Bevölkerung sie trug, wurde nur von Neuankömmlingen, die aus Gegenden mit anderem Kleidungsbrauch stammten und von Leuten aus Berufsständen die aus rein praktischen Gründen genötigt waren sich andersfarbig zu kleiden, getragen. Zu letzteren gehörte Beispielsweise der Traminer Müller, der bedingt durch seine Arbeit, keinen für die Traminer Gegend so typischen braunen Rock tragen konnte und daher, um nicht ständig durch das weiße Mehl beschmutzt werden zu müssen, auf einen weißen Rock auswich. Bei den gleichfarbigen Kleidungsstücken, die wie erwähnt von der großen Masse der Dorfbevölkerung getragen wurden, gab es auch Unterschiede, aber lediglich in der Güte der Kleidungsmaterialien. Diese Unterschiede, die auch den Reichtum des jeweiligen Trägers erkennen ließen, waren jedoch bezeichnend für das damalige Leibgewand. Auch was die Unterscheidung der Kleidungsstücke in ein Werktags-, Sonntags- oder gar Festtagsgewand betrifft, so konnten sich nur die Wenigsten derlei viele Kleidungsstücke leisten, dass sie ihre Gewandung den Anlässen gemäß einteilen konnten. Im Übrigen ist die strenge Unterteilung in Festtags-, Sonntags- und Werktagstracht ein Phänomen das in dieser Form nur im Sarntal greifbar ist. Es war grundsätzlich so, dass die neueren, aus besseren und kostbareren Materialien hergestellten Kleidungsstücke für den feiertäglichen Gebrauch bestimmt waren und die alten abgetragenen, aus minderen Materialien verfertigten oder von der Form her praktischeren Kleidungsstücke für den Gebrauch am Werktag.

Dennoch konnte mit Hilfe der Votivbilder und Schützenscheiben, auf denen sich die Dargestellten im besten Staat darstellen ließen, und mit Hilfe der, den Bildern entsprechenden, in den alten Inventaren am teuersten geschätzten Kleidungsstücke, das fest- und sonntägliche Gewand der Traminer Männer für eine Wiedereinführung als Vereinstracht rekonstruiert werden.


Ausschnitt eines Votivbildes in der Wallfahrts- 
kirche von Kurtatsch aus dem Jahre 1775. 




Die zukünftigen Kleidungsstücke der Traminer Schützen

Die Traminer Schützen tragen weiße Hemden aus feinem Leinen, die den, in den Inventarlisten als "harben" bezeichneten Hemden entsprechen. Diese Hemden besitzen weite und bauschige Ärmel welche an den Achseln und am Handgelenk stark gefältelt sind und haben einen schmalen Stehkragen. Um denselben wird die schwarze seidene Halsbinde (Flor) getragen. Diese wird ein oder zweimal um den Hals gelegt, vorn zu einer losen Schlinge gewunden, während beide Enden unter dem Hosenheber durchgezogen, gemeinsam in die rechte oder in die linke Achselöffnung des Leibls oder Brusttuches gesteckt werden. Bis weit über die Mitte des 18. Jahrhunderts bevorzugte der Traminer die weiße Halsbinde, in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts trat dann aber die schwarze Halsbinde an die Stelle der weißen. Über dem Hemd tragen die Schützen rote Leibl welche am Halsausschnitt mit Silberborten verbrämt und mit schönen Zinnknöpfen, die einreihig angebracht sind, bestückt sind. Das, im Gegensatz zum Brusttuch, städtisch geprägte rote Leibl fand in Tramin schon sehr früh seine Verbreitung, in diesem Zusammenhang ist auch der alte, in Tramin und Kaltern früher häufig nun aber seltener getätigte Ausspruch, "sich es roate Leibl vr'deanen welln" oder "sich in roatn Loab vr'deanen welln" (sich das rote Leibl verdienen wollen) zu sehen.

Ausschnitt aus dem Votivbild in der Kager- 
kapelle in Girlan aus dem Jahre 1797. 

Als Hose dient eine "gschmitzte", also schwarz gefärbte Kniebundhose aus Hirschleder. Diese, in alten Inventaren als "seiten", "lidern" oder "fellen" bezeichnete Hose geht der Form nach größtenteils auf die französische "culotte" zurück und war in Tramin schon zu Ende des 17. Jahrhunderts allgemein üblich. Wie alte Darstellungen beweisen, besaßen die meisten dieser Lederhosen keine Zier-Stickereien. Da die Lederhosen sehr eng waren, schlitzte man die Hosenröhren an der Außenseite auf, besetzte sie mit Knöpfen und zog lange Bänder ein. Mit denselben band man den Kniebund und fixierte auch die leicht verrutschenden Strümpfe. All diese Kleinigkeiten wurden bei der Verfertigung der, für die Traminer Schützen bestimmten Hosen, berücksichtigt.
Die Lederhosen werden von einem grünen "H- förmigen" Hosenheber, der mittels Hosenheberhaften aus Messing an der Lederhose angebracht wird, gehalten. Den Hosenheber gab es in Tramin in zwei Variationen, als "V- förmigen" und als "H-förmigen" Hosenheber. Beide Typen wurden Tirolweit getragen, für die unterschiedliche Wahl muss wohl der jeweilige Geschmack des Trägers eine Rolle gespielt haben.
Zur ledernen Kniebundhose werden schmutzigweiße Garnstrümpfe in schönen Modeln getragen. Diese, mit Mustern versehenen Strümpfe, erscheinen in den alten Inventaren unter dem Namen "gweggelte" Strümpfe. Interessanterweise wurden die Strümpfe, die in mehreren Farben getragen wurden, in Tramin einst größtenteils gefertigt gekauft und aus Halb - Europa importiert. So scheinen in dem, am 12. und 13. März 1756 erstellten Inventar des Traminer Krämerladens Beispielsweise Hamburger, Erlanger, Memminger, Schwazer, Englische und Münchner Strümpfe auf.

Bei den neuen Schuhen der Schützenkompanie handelt es sich um handgefertigte, holzgenagelte, schwarze Schnallenschuhe mit Zinnschnallen die im Wesentlichen dem herrschaftlichen Laschen- und Schnallenschuh des Barock und Rokoko entsprechen. Auf alten Darstellungen und in den alten Traminer Inventaren, trifft man immer wieder auf diese sehr städtische Schuhart die grundsätzlich zum besten Staat getragen wurde. Bei den Zinnschnallen, die zum neuen Schuh getragen werden, handelt es sich um handgefertigte Zierschnallen mit stilisierten Verzierungen.

Als Übergewand tragen die Traminer Schützen nun einen braunen Tuchrock. Die Form desselben geht weitgehend auf den in Tramin getragenen "Praun Tiechenen Rockh" zurück. Dieser Rock entwickelte sich aus dem "Justaucorps", den französischen Staatsrock des späten 17. Jahrhunderts. Entsprechend der "Regencemode" (1715-1730) die auch auf den bäuerlich - ländlichen Rock ihre Auswirkung zeigte, ist auch der Rock der Schützenkompanie schön anliegend gearbeitet. Neben der Taillierung trifft man am Rücken die, meist ab der Taille, aufspringenden Falten an, die dem Rock Lebhaftigkeit verleihen. Auffallend an diesem Rock, sind auch die Stülpärmel und die reichliche Besetzung mit Knöpfen aus Zinn. Die Rockknöpfe befinden sich nicht nur am vorderen Besatz sondern auch auf den Stülpärmeln, bzw. den Ärmelaufschlägen und am oberen Ansatz der aufspringenden Falten am Rücken. Die Knöpfe dienen der Zierde, denn der Rock wurde grundsätzlich offen getragen, aus Bequemlichkeit, aber auch um das darunter getragene, schöne rote Leibl, den grünen Hosenheber und die Leibbinde zur Schau stellen zu können.

Als Hut dient den Schützen nun ein großer schwarzer Scheibenhut aus Filz mit weiter Krempe und einem rundlichen, beinahe der Kopfform angepassten Gupf. Die Bezeichnung "Scheibenhut" ist wohl auf die Form des Hutes, die einer Schützenscheibe sehr nahe kommt, zurückzuführen. Beim Traminer Hut handelt es sich um einen "eingefassten" Hut wie es ihn im Krämerladen um 34 Kreuzer zu kaufen gab. Die Hüte wurden in Tramin zur Mitte des 18. Jahrhunderts vom Krämer von auswärts angekauft und im Krämerladen verkauft, einen ortsansässigen Hutmacher wie es Beispielsweise um 1778 in Kaltern einen gab, konnte in Tramin nicht nachgewiesen werden. Beim "eingefassten Hut" ist der untere "Flügenrand", also die Unterseite der Hutkrempe, mit einem breiten schwarzen Seidenband, das in Tramin als "Taftband" bezeichnet wurde, besetzt (eingefasst). Das "Taftband" reicht vom äußersten unteren "Flügenrand" bis zur Mitte des Gupfkopfes (Loch für den Kopf des Trägers). Den Abschluss des "Taftbandes" nach Innen hin bildet eine Borte. Der eigentliche Gupfkopf ist mit einem roten Gupffutter, das in Tramin als "Schetter - Leinwand" bezeichnet wurde, ausstaffiert. Als Zierde umgibt den Hut ein breites schwarzes Seidenband, welches am Gupf angebracht ist und um denselben rundherum verläuft. Am hinteren Ende des Gupfes, wo sich die Umfassung des Seidenbandes schließt, fallen die zwei losen Enden nach hinten über den "Flügenrand" herab und enden dort in schwarzen Fransen. Aufgrund dieser Bänder die am Hut angebracht sind, wurde diese Hutart auch "Bänderhut" genannt. Zu diesem Seidenband kommt noch eine kleine schmale goldene Hutschnur die den Abschluss der schwarzen Hutbänder am Übergang vom Gupf zur Krempe markiert. Die Hüte der Traminer Schützen sind nicht, wie bei Schützen oft üblich, an der Seite aufgebogen (aufgekrempt). Einen nicht aufgebogenen Hut trugen Beispielsweise auch die "Bozner Bauernschützen" (Schützen aus dem Landgericht Bozen - Gries) von denen es sehr viele Darstellungen gibt und die eine, der Traminer Gegend ähnliche Tracht trugen. Als Federschmuck tragen die Traminer Schützen nun einen halben Spielhahnstoß an der rechten Seite des Hutes.

Früher trugen einige Traminer zu ihrem Gewand Leibbinden aus Leder, wobei viele dieser Leibbinden mit Metallnägeln aus Zinn und vereinzelt auch aus Messing beschlagen waren, deren Anordnung verschiedene Figuren formten, wie Beispielsweise den Kaiseradler, Blumen oder stilisierte Musterformen. Die heutigen Traminer Schützen behalten ihre alten, mit Federkiel gestickten Leibbinden aus den Jahren 1896 und 1959 bei, wobei zu hoffen ist, dass zukünftig vereinzelt auch wieder "weiß gspängelte" Binden, also mit Zinnstiften verzierte Leibbinden getragen werden. Verschiedene Leibbinden innerhalb eines Vereins sind zu begrüßen, denn die Leibbinde war immer schon ein Hauptmerkmal der Individualität einer Tracht und ihres Trägers und früher war es tatsächlich so, das nur derjenige, der es sich leisten konnte, eine solche besaß und auch trug.



Zur Realisierung der historischen Traminer Männertracht haben mehrere Betriebe beigetragen: Der Rock und das Leibl wurden aus dem feinen Tuchloden der Brunecker Tuchfabrik Moessmer vom Traminer Trachtenschneider Kurt Paizoni angefertigt. Die Hüte stammen von der Firma Hutter in Meran, die Lederhosen von der Firma Gebhard in Brixen und die Trachtenhemden und Halsbinden von der Trachtenschneiderei Burgl Nock in Lana. Die Strümpfe wurden von der Strickboutique in Eppan, die Schuhe vom Schustermeister Roland Dibiasi in Kurtatsch und die Schuhschnallen und Federhalter vom Zinn- und Messinggurte - Hersteller Josef Leitner in Milland gefertigt.
Allen Handwerkern sei hiermit für ihre Geduld, ihre Detailtreue und ihr historisches Gespür recht herzlich gedankt!

die Festschrift zum
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Die Trocht isch a Gwond des gwochsn isch in Lond.
Ibroll schaug des Gwandl a bissl ondersch aus, obr ibroll druckts die gleiche Liab zur Hoamat aus.

Peter Kofler, 2002

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